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Warum ist Solosex gut für dich?
Wir Menschen sind von Natur aus sexuelle Wesen: Ohne Sex gäbe es uns nicht. Und Sexualität umfasst weit mehr als nur die reine Befriedigung von Trieben. Es handelt sich um eine starke Kraft, die du ins Fließen bringen und für dich nutzen kannst. Solosex bildet dabei die Basis für körperliche Intimität mit anderen.
Onanieren, masturbieren, dich selbst befriedigen – wie immer du es nennen magst – Solosex ist eine spielerische Reise zu deinen Bedürfnissen. Erfülle dir deine Lust unabhängig von anderen. Das kannst du auf andere Lebensbereiche übertragen. Indem du das tust, was dir (Lebens-) Lust bereitet.
Sexuelle Selbstbestimmung
Viele Frauen leben nach dem Motto: Lieber bereite ich dem Mann Lust, als welche zu empfangen oder sie mir zu geben. Darum ist Solosex ein zutiefst feministisches Thema und die reinste Form der sexuellen Selbstbestimmung.
Solosex ist Selbstfürsorge
Spüre in deinen Körper hinein: Was fühlt sich gut an und wo? Kannst du loslassen, wenn du dich deiner Lust widmest? Was sind deine Bedürfnisse und wo liegen deine Grenzen? Mach dir keinen Kopf, wenn du das jetzt nicht beantworten kannst. Es ist nie zu spät, sich damit zu beschäftigen. Und es lohnt sich! Solosex macht verdammt viel Spaß und hat direkten Einfluss auf deinen Sex mit anderen.
Wenn du nicht weißt, welche Berührungen dich zum Höhepunkt führen und was du (nicht) magst, wie soll es dein Gegenüber wissen? Eine andere Person ist nicht unbedingt „schlecht im Bett“, bloß weil sie dich nicht zum Orgasmus gebracht hat. Darum ist Solosex Lust und Verantwortung in einem.
Die Orgasmus-Lücke
Frauen sind bei dem Thema zurückhaltender als Männer: Fast ein Viertel hatte noch nie Solosex. Wenn Frauen masturbieren, dann weniger häufig.
Außerdem haben sie größere Schwierigkeiten, mit sich selbst zum Höhepunkt zu kommen.
8 Gründe für Solosex
- Deinen Körper verstehen lernen
- Sexuelle Unabhängigkeit
- Bereicherung für die Partnerschaft
- Einschlafhilfe
- Stress abbauen
- Spaß und gute Laune durch freigesetzte Glückshormone
- Migräne und Menstruationsschmerzen lindern (außer bei Endometriose)
- Beitrag zur Gesundheit, weil gut fürs Herz und Immunsystem

„Da unten“ fasst man sich nicht an?
Spürst du einen inneren Widerstand? Damit bist du nicht allein! Solosex ist bei vielen Menschen mit Tabus belegt. Das fängt oft schon im Kindesalter an, wenn die Kleinen neugierig ihren Körper entdecken und von den Eltern dafür geschimpft werden. Dabei ist das ein ganz normales und unschuldiges Spiel, das nichts mit erwachsener Lust zu tun hat.
Vielleicht hast auch du gelernt, dass man sich „da unten“ nicht anfassen soll. Solche Erfahrungen können dich bis ins Erwachsenenalter begleiten. Sie müssen aber nicht bleiben. Entweder packst du das allein an, mit Hilfe des Partners oder durch Beratung. Trau dich – dahinter liegt so viel Schönes!
Aufklärung
Sprich mit deinen Kindern altersgerecht über Selbstbefriedigung. Bring ihnen bei, ihre Körperteile richtig zu benennen. Das ist auch ein Schutz vor Übergriffen.
Neben Tabus und Scham gibt es veraltete Ansichten. Zum Beispiel, dass zum Sex mindestens Zwei gehören. Das stimmt nicht. Jeder Mensch kann seine Sexualität ohne Partner leben.
Manche glauben, Solosex sei Fremdgehen. Das ist falsch und zerstört Beziehungen – zu dir selbst und anderen. Du hast ein Recht auf deinen Körper. Solosex ist deine private Sache und so normal wie Musik hören. Niemand darf dir das verbieten.

07.12.2025
People Pleasing: Die Angst, du selbst zu sein
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Einige sehen Solosex als Bedrohung. Sie denken: Meine Partnerin macht das, weil ich sie nicht genug befriedige. Dabei ist das nur ein Raum, den jeder haben darf, um alleine mit seiner Lust zu sein. Hier kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen. Vielleicht stellst du dir beim Solosex andere vor? Das ist kein Fremdgehen, sondern Spiel. Es kann eure Paar-Beziehung stärken.
Wenn du Übergriffe erlebt hast
Vielleicht hast du keinen guten Bezug zu deinem Körper und/oder deiner Sexualität, weil du sexuelle Übergriffe erfahren hast. Hier kann Solosex eine Chance sein, wieder ein Gefühl von Kontrolle über deinen Körper zu bekommen. Du kannst lernen, Berührung von Druck oder Gewalt zu trennen, nach dem Motto: Meine Lust gehört nur mir.
Zurück zu dir
Heilung bedeutet nicht, dass alles „wieder wie früher wird“, sondern dass du einen neuen, sicheren Zugang zu deinem Körper findest.
Erste Schritte beim Solosex
Hast du dich bisher nicht gerne angefasst? Warst du deinem Körper gegenüber lieblos und streng? Dann finde zurück zu dir. In kleinen Schritten. Mach dir dabei keinen Stress und denk dran: Alles kann, nichts muss!
Die Vorbereitung
- Nimm dir genug Zeit. Ohne Termine im Anschluss. Ideal ist, wenn demnächst keiner nach Hause kommt, der dich stören könnte.
- Überlege, welche Stimmung dich entspannt und dir gefällt (Musik, Licht).
- Achte auf warme Füße, das erleichtert den Orgasmus.

Hand drauf
- Lege deine flache Hand auf die Vulva und lass sie dort ruhen. Fühle, was das mit dir macht. Oft kommen Emotionen hoch: Freude, Erleichterung, Traurigkeit und Angst. Versuche, diese Gefühle nicht in gut und schlecht zu unterteilen. Lass sie da sein und atme tief durch.
- Ist das Handauflegen sehr emotional, gehe keinen Schritt weiter. Fühle hin und lege die andere Hand auf dein Herz. Bist du ängstlich oder traurig, weil dich noch keiner so sanft berührt hat? Denk dran: Du kannst das ändern und gut für dich sorgen.

Entdeckungsreise
- Ertaste mit den Fingern deine Vulvalippen. Spüre die Klitoris, kreise, streichle, massiere. Du wirst merken, welcher Druck für dich angenehm ist. Führe einen oder mehrere Finger ein und erfahre, wie sich deine Vagina anfühlt. Dafür kannst du auch ein Gleitmittel verwenden.
- Finde heraus, an welchen Körperstellen du Lust verspürst. Berührungen an Brüsten, Po, Bauch, Hüften und Schenkeln können anregend sein.
Kennst du diese Gedanken?
„Ich sehe nicht sexy aus“, „Ich komme mir vor wie eine Schlampe“, „Voll peinlich, was ich hier mache“: Indem du dir vorstellst, beobachtet und bewertet zu werden, nimmst du eine eine typische Porno-Perspektive ein.
Bleib bei dir, richte den Fokus auf deinen Körper. Du musst für niemanden gut aussehen. Das gilt auch beim Partner-Sex. Bist du mit dir zufrieden, ist das sexy as hell!
- Lust auf Experimente: Wie angenehm ist ein Duschstrahl zwischen den Beinen? Welche Sexspielzeuge (zum Auflegen/Einführen) bereiten dir Freude, welche Positionen machen Spaß (sitzen, hocken, auf allen Vieren, liegen…) Durch Stöhnen und Bewegungen des Beckens kannst du deine Erregung steigern.
- Nicht zu viel Stimulation: Sextoys mit starker Vibration können dich bei häufigem Gebrauch abstumpfen. Manche Frauen kommen dann mit Handtechnik nicht mehr. Keine Sorge, das ist nur vorübergehend – die Nerven passen sich an: Tausche den Vibrator gegen einen Dildo. Nähere dich wieder deinen Händen an.

Tiefer einsteigen
- Nimm dir einen Handspiegel und halte ihn zwischen deine Beine. Was siehst und fühlst du dabei? Kannst du alle Teile deiner Vulva benennen? Wenn nicht, schaue dir eine anatomische Zeichnung an.
- Freunde dich mit deiner Vulva an: Innere Vulvalippen, die unterschiedlich lang und schrumpelig sind – das ist normal. Ebenso wie eine bräunliche oder dunkellila Färbung. In den meisten Pornos sieht das anders aus, weil die Darstellerinnen Bleichmittel nutzen und ihre Vulvalippen operieren lassen.
- Keine Angst vor Pornos. Sie sind nicht grundsätzlich schlecht – du kannst sie in den Solosex mit einbauen. Es gibt auch frauenfreundliche und feministische Filme, wo das Vergnügen der Frau im Vordergrund steht (etwa von der Regisseurin Erika Lust).
Orgasmus-Wissen
Auf der Plattform OMGYES findest du Anleitungen für Solosex.
Das Unternehmen hat die bisher größte Studie über weibliche Lust durchgeführt.
Für Fortgeschrittene
- Höhepunkt ohne Berührung: Lust beginnt besonders bei Frauen im Kopf. Einige können ganz ohne Berührung kommen, durch erotische Träume, Fantasien, Bücher oder Audioporn. Probiere es aus.
- Zeige deinem Partner/deiner Partnerin, wie du gerne mit der Hand befriedigt werden willst. Im Gegenzug kannst du dir das auch zeigen lassen. Befriedige dich selbst während eurem Liebesspiel.
- Die bunte Welt der Orgasmen: Experimentiere damit. Wie oft kannst du (hintereinander) kommen, wie unterschiedlich intensiv sind die Höhepunkte durch Techniken oder Spielzeuge.
Squirting – die weibliche Ejakulation
Auch Frauen können ejakulieren – während oder nach dem Orgasmus. Das nennt man „Squirting“. Die Flüssigkeit kommt aus den Skene-Drüsen nahe der Harnröhre.
Es gibt nur einen Orgasmus
Vaginaler oder klitoraler Orgasmus – diese Unterscheidung stimmt nicht. Denn es gibt nur einen Orgasmus. Und das ist der klitorale. Wenn deine Vaginawand stimuliert wird, ist deine Klitoris automatisch mit betroffen. Denn sie ist dein Lustorgan!

Die Klitoris ähnelt in ihrer Form einem Schmetterling. Sie umfasst Muskeln, Drüsen, Nervenenden sowie ein Netz von Blutgefäßen. Sie ist also ein Organkomplex auf einer Länge von etwa 7 bis 12 Zentimetern – und damit viel mehr als nur der äußerlich sichtbare Kitzler.
Scheide, Vulva, Vagina?
Zur Vulva gehört alles, was du von außen siehst: Der Venushügel mitsamt inneren und äußeren Vulvalippen (Schamlippen) sowie dem äußeren Teil der Klitoris.
Die Vagina oder Scheide liegt innen. Sie ist geformt wie ein Schlauch und verbindet die Vulva mit der Gebärmutter.
So findest du den „G-Punkt“
Dass es einen Punkt geben soll, der wie auf Knopfdruck zu Erregung führt – auch das ist nicht richtig. Der Begriff „G-Punkt“ stammt vom deutschen Arzt Ernst Gräfenberg. Heute weiß man: Es ist kein Punkt, sondern eine Fläche. Sie ist empfindlich, weil dort Klitoris-Gewebe zusammenläuft.
Führe deinen Finger in die Vagina ein, krümme die Fingerspitze nach oben Richtung Bauchdecke. Taste die Oberfläche ab. Spürst du eine geriffelte, raue Stelle, liegst du richtig.
Wenn du Berührungen an dieser Zone nicht gewohnt bist, kann das anfangs unangenehm sein. Manche verspüren den Drang, zu pinkeln. Taste dich langsam heran. Je mehr du diese Stelle trainierst, desto intensiver wird dein Lust-Empfinden. Zeige deinem Partner diese Fläche. Es gibt auch Sexspielzeug, das in „G-Form“ gekrümmt ist.
Lass es auf dich wirken
Jetzt hast du einiges an Inspiration bekommen – viel Spaß beim Ausprobieren! Und denk dran: Alles kann, nichts muss.
Alle Quellenangabenfindest du in diesem Dokument.
FAQ
Was ist Solosex?
Beim Solosex schenkst du dir Lust. Du entdeckst dich ohne Druck und Erwartung von außen und schaust, welche Berührungen dir gut tun bzw. dich erregen. Du hast ein Recht auf deinen Körper. Sowohl beim Solo-Sex als auch beim Sex mit anderen. Das ist Teil der sexuellen Selbstbestimmung, die in Deutschland gesetzlich verankert ist.
Worauf sollte ich beim Solosex achten?
Die oberste Regel: Alles kann, nichts muss! Das gilt sowohl beim Solosex als auch mit Partner. Nimm dir Zeit, sei dir gegenüber absichtslos. Beginne mit kleinen Schritten. Leg z.B. die flache Hand auf deine Vulva. Halte einen Handspiegel zwischen die Beine. Probiere beim Eindringen verschiedene Techniken aus: Finger, Sextoys, Dusche etc.
Warum ist Solosex wichtig?
Solo-Sex ist Selbstfürsorge. Du setzt dich mit deinem Körper auseinander und lernst, was dir (nicht) gefällt. Das wirkt sich positiv auf deinen Sex mit anderen aus. Außerdem stärkst du damit deine Unabhängigkeit und übernimmst Verantwortung für deine Befriedigung.
Ist Masturbation Fremdgehen?
Nein. Masturbation bzw. Solosex sind wichtige Bestandteile der Beziehung, die jede Person zu sich hat. Jeder hat das Recht, sich zu sexuell zu befriedigen. Dein Partner/deine Partnerin darf dir das nicht verbieten und du solltest es ihm/ihr auch zugestehen.
Was ist, wenn ich keinen Orgasmus bekommen kann?
Mach dir keinen Stress, du musst gar nichts! Druck ist der absolute Lustkiller. Je mehr du dir davon machst, desto weiter rückt der Höhepunkt weg. Verabschiede dich von der Vorstellung, dass (Solo)sex nur mit Orgasmus gut ist, und begib dich in einen Zustand der Ziellosigkeit.
Welche Arten von Orgasmus gibt es?
Es gibt nur einen Orgasmus, und das ist der klitorale. Wenn die Wand deiner Vagina stimuliert wird, ist deine Klitoris automatisch mit betroffen.
Kann eine Frau ejakulieren?
Ja, auch Frauen können „abspritzen“. Das nennt man Squirting. Dabei kommt kurz vor oder nach dem Höhepunkt eine Flüssigkeit aus den Skene-Drüsen nahe der Harnröhre.
Wie finde ich den „G-Punkt“?
Bei diesem Punkt handelt es sich um eine Fläche, wo Klitoris-Gewebe zusammenläuft. Führe deinen Finger in die Vagina ein, krümme die Fingerspitze nach oben Richtung Bauchdecke. Spürst du eine geriffelte, raue Stelle, liegst du richtig.




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